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Uecker, Günther

*1930 Wendorf (Deutschland)

In den Werken des Malers und Objektkünstlers Günther Ueckers tauchen sie immer wieder auf: Nägel. Berühmt wurde er vor allem durch reliefartige Papierabdrücke von Nägeln. Begonnen hat seine Karriere mit einem Malereistudium in Wismar, das er später in Berlin Weißensee fortsetzte. Seinen Meisterschüler machte er bei seinem großen Künstlervorbild Otto Pankok an der Kunstakademie in Düsseldorf, wo er später selbst als Professor lehrte. Seine oft als kinetische Kunst bezeichneten Werke veranlassten ihn dazu, sich der Künstlergruppe Zero anzuschließen. Die Zerogruppe formierte sich als eine Reaktion auf den Deutschen Informel und zeichnete sich als ein Neuanfang innerhalb der Nachkriegszeit ab, indem sie sich von klassischen Kunstgattungen und Traditionen emanzipierten. Ihr Hauptinteresse lag darin, eine klare Ästhethik mit reinem Licht zu erschaffen. Durch den Einfluss der Zero-Künstler Otto Piene und Hans Mack setzte sich Günther Uecker immer intensiver mit der kinetischen Lichtkunst auseinander.
 
Nach 1962, der Auflösung von Zero, konzentrierte sich Uecker mit immer mehr Leidenschaft auf Eisennägel, mit denen er von nun an sein Hauptgestaltungsmittel gefunden zu haben schien. Immer wieder drapiert er Alltagsgegenstände mit diesem trivialen und zugleich spannenden Material. Unzählige Nägel auf Möbeln erwecken oft den Anschein eines dynamischen Schwarms. So geformte, malerische Objekte geben sich wie eingefrorene Momente einer organischen Bewegung. In seinen neuen Werken verschmilzt die kinetische Lichtkunst mit der malerischen und bildhauerischen Ebene der Nagelarbeiten. Er beginnt, Papierabdrücke von Nägeln herzustellen. Das Dreidimensionale in diesen weißen Reliefs, die durch Licht und Schatteneinfall immer neue Bilder erscheinen lassen, zeugen von sinnlicher und lebhafter Stille.
 
Zwar avancierte Günther Uecker durch seine Nagelbilder zu einem der angesehensten Künstler der Avantgarde, ist aber ebenso bekannt für Installation mit Materialien wie Sand und Holz, sowie kalligraphische Drucke und dezente Aquarelle. Spuren von Nägeln verschwinden jedoch nie ganz. In seinen Prägedrucken schafft er durch schwarmartige Formen, Linien und dynamische Strukturen immer wieder beeindruckende kompositorische Reize. Mit experimentellen Techniken wie Siebdruck auf Sand, lithographischen Abzügen von Nagelkopfreihungen, Strömungen und Prägedrucken läutet Uecker ein neues Zeitalter der künstlerischen Grafik ein. In seiner Werkserie der "Optischen Partituren" führt er die Stilmittel des Prägedrucks und der Lithographie zusammen.


520,00 €

Günther Uecker: Prägedruck, Nagelreihung, Biennale di Venezia, 1970

"Nagelreihung" Original-Prägedruck (Blindprägung) auf Bütten für die XXXV. Biennale di Venezia, Venedig 1970

520,00 €


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